18. Februar 2010
* 13. April 1901 in Paris; † 9. September 1981 in Paris
Ein französischer Psychoanalytiker, der die Schriften Sigmund Freuds neu interpretierte und radikalisierte. Dies beinhaltete sowohl das Postulat einer „Rückkehr zu Freud“ als auch das Ziel, „Freud gegen Freud“ zu lesen, also ihn dort weiter zu entwickeln, wo er für Lacan hinter seinen eigenen Erkenntnissen zurückblieb. Hierbei griff er unter anderem auf Ansätze und Methoden des Strukturalismus und der Linguistik zurück, später auch auf graphische Modelle der Topologie. Der innerhalb der Psychoanalyse nicht unumstrittene Theoretiker hat unter anderem auf den Poststrukturalismus prägenden Einfluss ausgeübt.
Dissertation:
Über die paranoische Psychose in ihren Beziehungen zur Persönlichkeit und Frühe Schriften über die Paranoia. 1. Auflage. Passagen Verlag, Wien 2002 (Originaltitel: De la psychose paranoïaque dans ses rapports avec la personnalité suivi de Premiers écrits sur la paranoïa, übersetzt von Hans-Dieter Gondek)
Siehe auch:
Slavoj Žižek: Lacan. Eine Einführung. Frankfurt am Main: Fischer 2008.
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22. Oktober 2009
…hat damit zu tun, dass ich davon ausgehe, dass es zwei große Gruppen von Psychotikern gibt: die einen werden ambulant oder stationär betreut und haben auch das label Psychose von einer Spezialistin bekommen.
Die andere Gruppe sitzt im Nationalrat, im Bundesrat, in den hohen Manageretagen, in den Parteigremien, den Aufsichtsräten, den Vereinen, … und geht davon aus, völlig normal zu sein, obwohl sie ihr eigenes Leben hinter eine Idee stellt und dieser alles unterordnet. 14 - 18 Stunden Arbeit pro Tag, welcherart auch immer, Denken in Zahlen oder Chiffren, Bonusflugstunden, 200 Tage/a im Hotel, immer on the run, immer dabei, immer oben auf.
Immer woanders.
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18. Oktober 2009
Heute lenken wir unseren Blick einmal darauf, was die Weltgesundheitsorganisation in ihrer Internationaler Klassifikation psychischer Störungen zum Thema zu schreiben hat, und zwar gleich am Anfang der F2 Einteilung:
“Die Schizophrenie ist die häufigste und wichtigste Störung dieser Gruppe. Die schizotype Störung weist zahlreiche für schizophrene Störungen charakteristische Symptome auf und steht wahrscheinlich genetisch mit dieser in Beziehung. Halluzinationen, Wahn und schwere Verhaltensstörungen wie bei der Schizophrenie selbst fehlen und die Störung wird deshalb von Ärzten nicht immer erkannt. Die meisten wahnhaften Störungen haben wahrscheinlich keine Verbindung mit der Schizophrenie, obwohl sie klinisch, besonders in ihren frühen Stadien, manchmal schwierig zu unterscheiden sind. Es handelt sich um eine heterogene und bisher noch wenig verstandene Reihe von Störungen, die aus praktischen Gründen nach ihrer typischen Dauer in eine Gruppe anhaltender wahnhafter Störungen und eine größere Gruppe akuter vorübergehender psychotischer Störungen unterteilt wird. Die letztgenannten erscheinen in Entwicklungsländern besonders häufig vorzukommen. Die hier angegebenen Unterteilungen sind als vorläufig zu betrachten. Schizoaffektive Störungen finden sich trotz ihres umstrittenen Charakters weiterhin in diesem Abschnitt.”
Alles klar?
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17. Oktober 2009
In ihrem letzten Stück - 4.48 PSYCHOSE - bietet sie folgendes Ende:
“Schwarzer Schnee fällt
im Tod hältst du mich fest
niemals frei
Ich hab kein Verlangen nach dem Tod
welcher Selbstmörder hatte das schon
sieh mich verschwinden
sieh mich
verschwinden
sieh mich
sieh mich
sieh
Wem ich nie begegnete, das bin ich, sie mit dem Gesicht
eingenäht in den Saum meines Bewusstseins
bitte öffnet den Vorhang
- - - - - ”
Das ist wohl eine andere Möglichkeit als die von Bäuml.
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14. Oktober 2009
Ein Ratgeber für Patienten und Angehörige heißt ein Büchlein von Josef Bäuml aus dem Jahre 1994, das auch 2005 wieder aufgelegt wurde. Ein brauchbares und leicht verständliches Werk, wenn es wohl auch ein bisschen zu medizinisch (und dass können Sie jetzt auffassen wie sie wollen…) daherkommt.
Gleich am Anfang steht, unter
1.1.1. Was versteht man unter einer “Psychose”?
Der Begriff “Psychose” wurde im 19. Jhdt geprägt und leitet sich von dem Wort “psychisch”, d.h. “mit der Seele zusammenhängend”, also seelisch, ab. Damit werden schwere seelische Erkrankungen zusammengefasst, die nicht aus eigener Kraft alleine bewältigt werden können; ärztlich-therapeutische Hilfe ist hierzu unbedingt erforderlich.
Charakteristischerweise sind hierbei der Bezug zur Wirklichkeit, die Einsichtsfähigkeit sowie die Fähigkeit, mit den üblichen Lebensonforderungen zurechtzukommen, erheblich gestört. Das Denken, Wollen und Fühlen sind ebenfalls sehr eigenartig verändert, so daß viele Patienten hinterher ganz fassungslos sind und sich fragen, ob das alles nicht ein “böser Traum” gewesen sei.
Was sagt man dazu?
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12. Oktober 2009
… in Kürze. Folgendes soll hier passieren: ich werde theoretisches und praktisches Wissen über Psychosen mitteilen, weill ich
- klinischer Psychologe bin und viele Jahre mit Psychotikern arbeite,
- in Bildungskarenz bin und Zeit zu reflektieren habe,
- ich auch Philosophie studiert habe und darin eine Doktorarbeit schreibe, die sich mit Bewusstseinstheorien und deren Relevanz für psychotische Gedankengänge befasst.
Das Ganze soll ernsthaft sein, ich hoffe auf viele Anmerkungen, bis bald.
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